Tomaten aus eigenen Samen ziehen und vermehren


Tomaten selber vermehrenTomaten sind eine der beliebtesten Gemüsesorten, doch geschmacklich enttäuschen sie oft. Wenn Sie jedoch eine Sorte gefunden haben, die Ihnen schmeckt, können Sie daraus Samen für die eigene Anzucht im nächsten Jahr gewinnen. Dies ist gar nicht so schwer. Allerdings muss die Sorte bzw. die Pflanze samenfest sein, also keine sogenannte F1 Hybride. Auch aus gekauften Früchten lassen sich selten Samen gewinnen.


Tomatensamen aus eigenen Pflanzen gewinnen

1. Nur samenfeste Sorten lassen sich selbst vermehren

Samenfest bedeutet, dass daraus gezogene Pflanzen durch Samengewinnung vermehrt werden können und dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze aufweisen. Im Handel finden Sie aber immer mehr Saatgut, bei dem es sich um F1 Hybriden handelt (die Bezeichnung muss auf der Samentüte vermerkt sein). Diese Pflanzen lassen sich nicht vermehren oder weisen in der nächsten Generation ganz andere Eigenschaften wie ursprünglich auf. Wenn Sie also mit eigenen Samen experimentieren möchten, sollten Sie unbedingt samenfeste Tomatensorten dafür verwenden.

2. Welche Tomaten eignen sich zur Samengewinnung?

Ob Fleisch- oder Flaschentomate, runde Sorten, Dattel- oder Cocktailtomate, rote oder gelbe - zur Samengewinnung eignen sich alle samenfesten Tomatensorten. Ideal sind alte und seltenere Sorten, da diese im Geschmack oft noch intensiver sind als die neueren. Angebote dazu gibt es im Internet von speziellen Vereinen und Züchtern, aber auch Gartencenter und andere Samenhändler bieten vermehrt wieder samenfeste, alte Tomatensamen an. Haben Sie daraus Ihre Pflanzen gezogen, können Sie problemlos und einfach jedes Jahr neue eigene Samen gewinnen.



3. Eigenes Saatgut aus Tomaten

Suchen Sie für die Samengewinnung nur reife und gesunde Früchte aus. Dabei reicht eine Frucht meistens aus, sie enthält 30-40 Samenkörner. Zeitpunkt: Ideal ist das erste Drittel der Ernteperiode. Bei Warten bis zum Ernteschluss, wählen Sie ungewollt eine späte Reife für das nächste Jahr. Um das Saatgut zu gewinnen, halbieren Sie die Frucht, kratzen die Kerne und das Fruchtfleisch mit einem Löffel heraus und geben alles zusammen in eine Schüssel oder ein Glas. Darauf gießen Sie Wasser und lassen die Fruchtmasse abgedeckt 3-5 Tage gären. Dieser Gärvorgang konserviert die Keimfähigkeit. Dabei lösen sich die Samen vom Fruchtfleisch und sinken zu Boden. Die Tomatensamen selbst sind von einer gallertartigen, keimhemmenden Schutzschicht umgeben, die entfernt werden muss. Dazu geben Sie die Samen in ein Sieb, brausen sie kräftig ab, um die noch anhaftenden Fruchtreste und die Schutzschicht zu entfernen. Die gereinigten Tomatensamen breiten Sie dann auf Filterpapier oder Küchenkrepp aus und lassen sie in 2-3 Wochen gut trocknen. Danach in kleine Papiertüten oder Gläser füllen, gut verschließen und beschriften.

4. Wie lange halten sich die Samen?

Gut getrocknet, verschlossen sowie kühl, trocken und dunkel aufbewahrt, sind die Samen in der Regel bis zu fünf Jahren keimfähig. Wenn Sie sichergehen möchten, können Sie vor der Aussaat eine Keimprobe mit ein paar Samenkörnern machen.

5. Tomaten aus eigenen Samen ziehen

Die Anzucht der Tomatenpflanzen aus eigenen Samen unterscheidet sich nicht von der aus gekauften Samen. Ab Februar können Sie mit der Aussaat beginnen:

  • legen Sie die Samen für etwa vier Stunden in warmes Wasser damit sie aufquellen
  • Saatschale oder kleine Töpfe bis 1 cm unter den Rand mit Aussaaterde füllen
  • die Samen 0,5 cm tief in die Erde stecken, befeuchten und mit Folie oder Glas abdecken
  • vorsichtig gießen, nicht austrocknen lassen, aber auch keine Staunässe
  • bei 20-24 Grad auf dem Fensterbrett aufstellen
  • Keimdauer 10-14 Tage
  • wenn sich das 2. oder 3. Blattpaar entwickelt hat, die Sämlinge pikieren, d. h. einzeln in größere Töpfe setzen, etwas tiefer als zuvor
  • haben sich die Pflanzen gut entwickelt, können sie ins Gewächshaus oder ab Mitte Mai ins Freie gepflanzt werden

Tipps

  • gegen Schimmel während der Keimung die Tomatensamen statt in Wasser in verdünntem Knoblauchsaft einweichen, zur Geruchsreduzierung etwas Gesteinsmehl hinzufügen
  • ist die Fensterbank aus Stein und kalt, eine Zeitung oder Styropor unter die Saattöpfe legen
  • nach dem Pikieren die Pflanzen hell aber nicht zu warm stellen (bis 20 Grad) sonst "vergeilen" sie, d. h. sie werden lang und dünn und können absterben




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