Holzwurmbekämpfung bei alten Möbeln Holzwurmbekämpfung bei alten Möbeln Hot

Alte oder gar antike Möbel sind beliebt und genießen eine hohe Nachfrage, denn sie sind nicht nur Einrichtungsgegenstände, sondern auch stille Zeugen unserer Geschichte und früherer Handwerkskunst. Das scheint oftmals auch der sogenannte "Holzwurm" zu schätzen, der eigentlich ein Käfer mit Namen "Gemeiner Nagekäfer" ist, ein Trockenholzschädling, der in einheimischen Nadelwäldern beheimatet ist.

Die weiblichen Käfer legen ihre Eier niemals in feuchtes, sondern vorzugsweise in trockenes Bauholz. Die Larven schlüpfen nach ungefähr 30 Tagen. Der Zeitraum, bis sie sich verpuppen und dann schließlich als flugfähiger Käfer ihren Entstehungsort verlassen, wird mit Zeiten von einem Jahr bis zu acht Jahren beschrieben - ideale Voraussetzungen sind eine kühle Umgebung und mindestens 10 % Luftfeuchtigkeit.

Im Holz kann man deutlich die Fraßspuren der Larven erkennen, bei frischem/aktivem Befall durch herabgefallenes Holzmehl. Die Ausfluglöcher des geschlüpften Käfers sind durchschnittlich 1 - 2 mm groß. Mit dem Ausflug des geschlechtsreifen Käfers beginnt der nächste Zyklus: Dabei legen die Käferweibchen ihre Eier bevorzugt dort ab, wo sie aufgewachsen sind.

Nachhaltige Bekämpfungsmethoden sind zum einen die - nebenwirkungs- und rückstandsfreie - thermische Bekämpfung und zum anderen die chemische Bekämpfung mit gebrauchsfertigen Permethrinlösungen.

Die thermische Bekämpfung

01 Bei einer Temperatur von 55 Grad Celsius - über eine Stunde - werden alle Entwicklungstufen des Schädlings durch Gerinnung der körpereigenen Eiweißstoffe wirksam vernichtet.

02 Dieses Verfahren erfordert keine Vorarbeiten am Möbelstück selbst und ist frei von möglichen chemische Nachwirkungen. Gleichwohl ist zu beachten, dass das Holz durch die Erhitzung und Schwankungen der Luftfeuchtigkeit Schaden nehmen kann.

03 Deshalb erfolgt eine solche Behandlung professionell unter kontrollierter Zuführung von Luftfeuchtigkeit in sogenannten Klimakammern.

04 Als kostengünstige "Selbsthilfe" kann das Möbelstück - in einen schwarzen Kunststoffsack nahezu luftdicht verpackt - im Sommer eine entsprechende Zeit der prallen Sonne ausgesetzt werden, oder in der Sauna erhitzt werden.



Die chemische Bekämpfung mit gebrauchsfertigen Permethrinlösungen

01 Permethrin ein Nervengift, dass Isekten über die Körperoberfläche aufnehmen und durch Lähmung verenden. Entsprechende gebrauchsfertige Lösungen kann man im Fachhandel erwerben (bitte dringend die Gebrauchs- und Sicherheitshinweise beachten).

02 Hier muss das Holz vorher von Lacken befreit werden (Abbeizen mit entsprechenden Lösungen, Abschleifen mit Schleifgeräten und -papier); bis es trocken und saugfähig ist, so dass die Lösung vollständig vom Holz aufgenommen werden kann. Dafür muss das Holz mehrfach mit dem Pinsel eingestrichen werden.

03 Bei starkem Befall kann es sinnvoll sein, mittels einer Einwegspritze und Kanüle (Apotheke) Lösung in die Ausfluglöcher zu spritzen und den Vorgang ggfs. mehrfach zu wiederholen.

Achtung! Unbedingt muss berücksichtigt werden, dass zunächst Rückstände von Permethrin im Holz verbleiben. Der Abbau dieses Stoffes wird durch Sonneneinstrahlung deutlich begünstigt.


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