Pflastersteine richtig verlegen - Schritt für Schritt erklärt Pflastersteine richtig verlegen - Schritt für Schritt erklärt Hot

Das Verlegen von Pflastersteinen
Bei Pflasterarbeiten ist es stets wichtig auf die Stabilität des Untergrunds und der Belastbarkeit der Pflastersteine zu achten. Daher sollten Sie schon sehr viel Wert auf fachkundige Unterbaukonstruktionen sowie den Einsatz professioneller Werkzeuge und Materialen legen. Die Konstruktion des Unterbaus und den Pflastersteinen muss...

  • ...dem Gewicht standhalten
  • ...bei Lenkbewegungen sicher tragen
  • ...Unterspülungen verhindern
  • ...und vor Frost schützen.


Der richtige Pflasterstein
Natürlich ist Auswahl auf den ersten Blick ziemlich groß. Für die Einfahrt ist nicht jede Stein- oder Plattenart geeignet. Die immer richtige Auswahl ist der Verbundsteinpflaster, der aus gepresstem Beton hergestellt wird. Sie haben meist eine graue Farbe, sind aber auch schon gefärbt erhältlich. Dieser Verbundpflaster ist sehr widerstandsfähig, können hohe Belastungen mit Kleinigkeit aushalten, ist witterungsbeständig und zudem noch pflegeleicht. Durch die vielen unterschiedlichen Formen -wabenförmig, rechteckig, kreisförmig oder als Doppel-T- und Verlegemustern lassen sich für jeden Platz am Haus abwechslungsreiche Designs realisieren. Natursteine zum Pflastern sind weniger robust und mit sehr viel Arbeit verbunden. Sie bestehen entweder aus harten Gneis- Granit- oder Basalt-Quadern. Diese Pflastersteinvariante ist deutlich teurer zu haben. Jeder einzelne Stein muss mit einem Gummihammer eingesetzt werden. Weitere Alternative sind Waschbetonplatten.


Der Unterbau muss stabil sein
Das Entscheidende eines langfristig belastbaren Pflasterwegs ist die richtige Untergrundaufbereitung. Wenn Fehler bei der Aufbereitung passiert sind, werden diese dann sichtbar, durch die Pflastersteinabsackung oder andere Schäden. Grundsätzlich besteht der tragfähige Untergrund aus einer witterungssicheren Lage Kies, worauf Schotter und feiner Splitt mit einer Körnung 0 bis 4 mm aufgebaut werden. Die Unterkonstruktion benötigt keinen Estrichbeton, außer wenn stärkere Belastungen oder steile Gefälle gebaut werden.

Materialien

  • Abziehbrett
  • Arbeitshandschuhe
  • Besen
  • Breitmeißel
  • Estrichbeton
  • Gartenschlauch
  • Gummi- bzw. Pflasterhammer
  • Hacke
  • Hammer
  • Handstampfer
  • Holzabzieher
  • Kies
  • Maßband
  • Maurerschnur
  • Metallstäbe
  • Nassschneider
  • Pflastersteine
  • Quarzsand
  • Randsteine
  • Rüttler mit einer Gummimatte (WICHTIG! Hörschutz)
  • Schaufel
  • Schlämmsand
  • Schotter
  • Schubkarre
  • Spaten
  • Splitt
  • Steinknacker
  • T-Verlege- Schiene
  • Verlegesand
  • Wasser
  • Wasser- bzw. Schlauchwaage
  • Zollstock


Anleitung für die Vorarbeit

01 Berechnung der benötigten Materialien (Tipp: die finale Oberkante des Pflasters geben hilfreiche Anhaltspunkte, wie z.B. 25 cm Kies, 25 cm Schotter, 5 cm Splitt oder Verlegesand = 55 cm Unterbau. Also muss der Aushub 65 cm von der gewünschten Höhe berechnet werden.)

02 unterirdisch liegen oftmals verlegte Rohre und Leitung (darauf achten!)

03 2 - 3 cm mehr einplanen, da durch das Verdichten mit dem Rüttler das Material zusammengepresst wird

04 die richtige Maße (Länge und Breite) messen

05 die Materialmenge ausrechnen

06 den Verlauf des gewünschten Pflasterweges mit Metallstäben und Maurerschnur genau abstecken, beispielsweise eine Höhe von 10 cm (darauf achten, dass an den Seiten noch Randsteine dazukommen!)

07 bei Einfahrten sind Gefälle bis zu 2 % (1-2 cm) einzurechnen

08 nun beginnt der Aushub des Erdreiches mit Hacke, Schaufel, Spaten und einer Schubkarre zum Entsorgen (bei größeren Flächen ist eventuell ein Bagger empfehlenswert, Ausleihen beim Baumarkt jederzeit möglich)

09 nach dem Aushub kommt das Kiesbett von 27-28 cm

10 mit Schaufel oder einem Holzabzieher verteilen und mit dem Rüttler verdichten

11 den Schotter am Rand mit einem Handstampfer verdichten

12 auf die Schotterschicht kommt eine dünne Schicht Splitt oder Verlegesand

13 nun kommt die T-förmige-Verlege-Schiene zum Einsatz (diese sind Markierungen für die Pflastersteine. Hierbei müssen von der 10 cm Maurerschnur noch 19 cm hinunter gerechnet werden. Der fehlende Zentimeter wird beim Rütteln wieder abgesenkt)


14 Schiene dementsprechend in die lose Bettung einlegen (eventuelle können die Schienen mit dem Gummihammer auf Höhe gebracht werden.

WICHTIG! Nicht wackeln! Nicht kippen!

15 Feinsplitt wird mit dem Abziehbrett gezogen

16 nun das Splittbrett verdichten

WICHTIG: Zwischen Schiene und Rüttelplatte Abstand halten!


Anleitung Pflasterarbeit

01 fester Untergrund (das Verlegebrett darf nicht bei der Pflasterarbeit betreten werden!)

02 der Beginn ist immer an einer geraden, rechtwinkligen Kante empfehlenswert

03 10-15 Steinreihen auf Stoß legen (Lücken am Rand erst einmal einfach offen lassen. Die Lücken zu Beginn sollten verschlossen werden, bevor sich die Steine beim Weiter- Verlegen verschieben können)

04 nach den ersten Reihen die zuletzt verlegte Reihe kontrollieren (Tipp: Wenn die Reihen „etwas schief gelaufen sind“, einfach ein Brett als Puffer an die zuletzt verlegte Reihe anlegen und mit einem Hammer die Steine soweit zurückschlagen, bis ein rechter Winkel festzustellen ist.)

05 Kontrolle mit einer Schnur entlang der zentralen Fuge (Tipp: Notfalls können die Steine mit einer Maurerkelle oder einer Meißel, etc. an der Schnur entlang „nachjusiert“ werden. Aber vorsichtig!)

06 um das Verschieben zu verändern, kann zwischenzeitlich etwas Schlammsand (trockener) auf die Pflasterfläche verteilt und eingekehrt werden

07 wenn die Pflasterarbeiten fertiggestellt sind, geht es am Knacken der Randsteine (beim Baumarkt können Steinknacker ausgeliehen werden)

08 zum Schluss mit Augenmaß die gesamte Pflasterfläche begutachten

09 das finale Einebnen erfolgt mit dem Rüttler

10 einzelne Steine können mit einem Gummihammer angepasst werden

11 Probelaufen!


Kommentare  

# 0 Sebastian K 2017-11-20 17:24
Hallo und danke für diesen Beitrag und die Tipps! Ich habe noch nie selber Pflasterarbeite n gemacht aber nun ist es meine Aufgabe bei unserem Haus-Bau-Projek t, die Einfahrt mit Pflastersteinen zu verlegen. Die Listen finde ich sehr hilfreich, so sollte ich nichts vergessen. Hoffentlich kriege ich es hin beim ersten Versuch!
Grüße, Sebastian
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